Gefäßmedizin: Ein Thema, das den Alltag prägt
HausärztInnen und FachärztInnen stehen zunehmend vor komplexen Patientensituationen, in denen vaskuläre Erkrankungen mit Adipositas oder Lipödem einhergehen. Aus diesem Grund nahm das von uns initiierte 1. Gefässforum Augsburg genau diese Schnittstellen in den Blick. Ein gesunder Lebensstil ist kein „Add-on“, sondern Grundlage medizinischer Arbeit.
Schon zu Beginn wurde klar, wie relevant die Inhalte für Praxis, Klinik und Netzwerke sind:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache
- Hauptrisikofaktoren: Adipositas, Rauchen, ungesunde Ernährung
- Prävention wird zu einer der zentralen Aufgaben der modernen Gefäßmedizin
Austausch auf Augenhöhe: Hausärzte und Fachärzte im Dialog
Im Workshop zum Thema „Gatekeeping und Primararztsystem“ wurde intensiv diskutiert:
- Rolle des Hausarztes: Wie sehr hält die Hausarztvermittlung auf? Hilfreich oder hinderlich?
- Hausärzte profitieren vom direkten Draht zu Fachärzten.
- Fachärzte schätzen die Hausärzte, da sie die Patienten kennen, Symptome einordnen und triagieren können.
- Fazit: Der enge Austausch zwischen den Disziplinen wurde als klarer Mehrwert erlebt.
Fachvorträge mit direkter Praxisrelevanz
Die Vorträge waren durchweg lehrreich. Die Teilnehmenden konnten wieder viel über das Krankheitsbild Adipositas und Ödeme lernen und Einblicke gewinnen, wie andere Praxen oder Krankenhäuser arbeiten und ihre Abläufe gestalten.
Die Vorträge lieferten konkrete Impulse für den Arbeitsalltag. Einige Beispiele:
- Prof. Brenner – Lipödem: Aufschlussreich, fachlich praxisrelevant.
- Anja Roßmeisl – Ernährungstherapie & Weight Stigma:
- Entstigmatisierung (z. B. keine Begriffe wie „Fett-weg-Spritze“).
- Abnehmspritze sinnvoll in bestimmten Fällen, v. a. vor Operationen, um Heilung zu erleichtern.
- Fokus liegt auf Ernährungsumstellung als Basis.
- Dr. Zerwes – Adipositas & OP-Risiken:
- Adipositas kann Wundheilung verzögern, z. B. in der Leistengegend.
- Abnehmspritze vor OP kann sinnvoll sein, muss aber nicht nur am BMI bemessen werden.
- Übergewichtige Patienten bewältigen Stress und OPs teilweise besser als Normal- oder Untergewichtige.
Fazit: Prävention neu denken, vernetzt handeln
In der Podiumsdiskussion wurde deutlich:
- Prävention braucht „Out-of-the-box“-Ansätze
- Politik hat noch Handlungsspielraum (z. B. Zuckersteuer).
- Schon einfache Schritte wie eine Nikotinkarenz können das individuelle kardiovaskuläre Risiko um bis zu 50 % senken.
Die Teilnehmenden hoben besonders hervor:
Wir freuen uns schon auf das 2. Gefäßforum Augsburg am 17. März 2027.